So komme ich (meist) stressfrei durch den Alltag

Wir alle kennen das: Die Woche scheint nur aus To-Dos zu bestehen und selbst schöne Unternehmungen arten in Freizeitstress aus oder können nicht genossen werden, weil noch so viele andere Dinge erledigt werden müssen. Um in mein Leben trotzdem genug Ruhe zu bringen, habe ich mir ein paar Dinge angewöhnt:

Erwartungen hinterfragen

Vieles tun wir, weil es von uns erwartet wird. Ob das jetzt die Eltern sind, die ihr Kind gerne erfolgreich sehen wollen, oder einfach gesellschaftliche Normen – mit unserem Handeln und unseren Entscheidungen wollen wir meistens eine Erwartung erfüllen.

Das kann dazu führen, dass wir mit jemandem zusammen sind, der gar nicht so gut zu uns passt oder uns mit Freunden umgeben, die uns vielleicht irgendwann mal nützlich sein könnten, mit deren Weltanschauung wir aber nicht viel anfangen können. Oft sitzen wir auch am Ende in einem Job, der uns gar nicht so gut gefällt, der aber ein hohes Ansehen in der Gesellschaft hat.

am Ende verbringst du die meiste Zeit mit dir und solltest dementsprechend auch mit dir glücklich sein. 

Welche Erwartung auch immer wir erfüllen wollen – wenn deren Erfüllung nicht im Einklang mit unserer Persönlichkeit steht, werden wir schnell unglücklich. Deshalb versuche ich jeden Tag, mich frei zu machen von diesen Erwartungen. Das ist schnell gesagt, aber längst nicht so schnell umgesetzt.

Von heute auf morgen können wir unser Mindset nicht verstellen. Aber wir können es im Kleinen versuchen. Das nächste mal, wenn du etwas machst, weil jemand anderes meint, das sei gut für dich, nimm dir noch einen Moment um dich selbst zu fragen: Will ich das denn so machen? Denn am Ende verbringst du die meiste Zeit mit dir und solltest dementsprechend auch mit dir glücklich sein. 

Einen Wochenplan erstellen

Ja, es ist nervig, sich am Samstag schon zu überlegen, was du nächste Woche Donnerstag essen möchtest. Aber es gibt dir mehr Zeit unter der Woche. Sich samstags schon ein paar Gerichte für die Woche auszudenken und dementsprechend einzukaufen spart nicht nur den Gang in den vollen Supermarkt nach der Arbeit, sondern auch Geld, da du nur die vorher überlegten Zutaten für eine Mahlzeit kaufst und nicht das, was dir gerade in das vom hungrigen Magen gesteuerte Auge springt.

Mit weniger Zeitdruck und Genervtheit von der Arbeit kann so ein Einkauf am Samstagvormittag sogar Spaß machen. Du bist tendenziell ausgeruhter, hast Zeit dich umzugucken und findest so auch Inspiration für neue Gerichte.

Praktisch ist auch eine Liste der geplanten Essen, auf die alle Leute des Haushalts Zugriff haben. Ich nutze dafür am liebsten die App To Do vom Microsoft, die aus der beliebten App Wunderlist hervorgegangen ist. So kann die Person, die  früher zu Hause ist, einfach schon mal mit dem Kochen anfangen, sodass das Essen fertig ist, wenn alle zuhause sind. Dementsprechend bleibt am Ende mehr Zeit für den gemeinsamen Ausklang des Tages. 

Eine Abendroutine etablieren

Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Und deshalb mögen wir es, wenn wir unsere täglichen Routinen haben. Allerdings fällt es uns schwer, neue Routinen zu entwickeln. Ein gutes Beispiel dafür ist das frühere ins Bett gehen. Sehr viele von uns kommen abends nicht ins Bett und dementsprechend morgens nicht gut aus dem Bett raus. Dann wird sich solange durch den Tag geschleppt, bis der anstrengende Teil rum ist, nur um am Abend wieder wacher zu werden.

Ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt. Und genau dabei hilft eine Abendroutine. Während eine Serie wach hält, weil die Handlung spannend ist und uns das bläuliche Licht des Bildschirms suggeriert, dass es noch mitten am Tag ist, hilft ein Buch deinem Körper dabei, müde zu werden. 

Nimm dir die letzten Stunden des Tages bewusst für dich und deine Liebsten und lass die Welt einfach mal Welt sein.

Auch selbst gesetzte Uhrzeiten helfen dabei, eine Abendroutine zu etablieren. Bei vielen Smartphones kannst du einen Zeitplan erstellen und genau festlegen, wann du Benachrichtigungen bekommen möchtest und wann nicht. Wenn das nicht geht, setze dir selbst eine Uhrzeit, zu der du dein Handy in den Flugmodus schaltest. Denn sobald die ständige Erreichbarkeit abgestellt ist, wird die innere Anspannung auch geringer.

Das fühlt sich am Anfang natürlich an, als könnte man etwas wichtiges verpassen, aber mal ehrlich: Wie viele wichtige Nachrichten und Anrufe kommen bei dir nach 9 Uhr abends? Nimm dir die letzten Stunden des Tages bewusst für dich und deine Liebsten und lass die Welt einfach mal Welt sein.

Me-Time einplanen

In einer 40-Stunden-Woche ist es nicht leicht, alle Freundschaften so zu pflegen, wie es noch zu Schul- und Unizeiten der Fall war. Probiert man es trotzdem, kann das sehr schnell in Freizeitstress ausarten. Denn neben Arbeit, Haushalt, Hobbys und Familie noch zehn Freund*innen in einer Woche zu bespaßen, ist eigentlich unmöglich. Deshalb ist es wichtig, bewusst Zeit für dich einzuplanen, auch wenn du dadurch vielleicht nicht zu jeder Verabredung Ja sagen kannst.

Ich persönlich freue mich darauf, wenn ich ab und zu nichts vor habe und mich je nach Wetter den ganzen Tag im Park oder vor Netflix aufhalten kann. So ein Faulenzer-Wochenende hilft, die Batterien aufzuladen beziehungsweise sie geladen zu halten. Denn nimmst du dir keine Zeit für dich, sind die schneller leer, als du denkst. Außerdem freue ich mich danach wieder richtig auf ein Wochenende an dem mehr los ist. 

Im Zustand der geistigen Abwesenheit kommunizieren unsere träumerischen und unsere bewussten Hirnareale. Diese Kommunikation hilft uns, Probleme aus neuen Blickwinkeln zu betrachten und Lösungen zu finden.

Langeweile vertreiben? Nein, aushalten!

Wann war dir das letzte Mal so richtig langweilig? Wenn du  jetzt erstmal darüber nachdenken musst, geht es dir wie den meisten. In Zeiten des Smartphones ist Langeweile praktisch nicht mehr vorhanden. Hat man mal eine Minute Luft, füllt man sie sofort mit Instagram und Co. – hauptsache die Langeweile vertreiben.

Dabei ist Langeweile in Maßen sehr wichtig für unsere kognitiven Fähigkeiten. Im Zustand der geistigen Abwesenheit kommunizieren unsere träumerischen und unsere bewussten Hirnareale. Nicht umsonst wird dieser Zustand oft auch als Tagtraum bezeichnet. Diese Kommunikation hilft uns, Probleme aus neuen Blickwinkeln zu betrachten und Lösungen zu finden.

Kein Wunder, dass Meditation, also das aktive Nichtstun, inzwischen so angesagt ist. Aber du musst dich nicht gleich im Lotussitz mit sphärischer Hintergrundmusik hinsetzen, um deinem Kopf eine Pause zu gönnen. Lass das nächste Mal, wenn du mal wieder drei Minuten auf den Bus warten musst und dir die Langeweile vertreiben willst, das Smartphone in der Tasche und lass stattdessen deine Gedanken schweifen.

Du wirst sehen, diese Mikrounterbrechungen sind erholsam und können dich unverhofft auf Ideen bringen, die dir vielleicht bei Problemen helfen, die du schon länger betrachtest.

Was hilft dir dabei, deinen Alltag möglichst stressfrei zu gestalten?

Titelbild: Photo by Marek Szturc on Unsplash

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4 Gedanken zu „So komme ich (meist) stressfrei durch den Alltag“

  1. Liebe Daria,
    Danke fürs Teilen deiner Ideen! Gerade die Langeweile ist ein echt spannendes Thema für mich…irgendwie kann ich mich mit dem aktiven Nichtstun / Meditieren besser anfreunden als mit den 3-Min-Wartepausen…aber ich habe das Gefühl, dass beides wichtig ist.
    Mir persönlich hilft frische Luft und Sport auch sehr, um Stress zu regulieren…gerne auch gleichzeitig beim Outdoorsport.
    Es wäre klasse, wenn du oder Anna mal ein paar Ideen zum Thema „Nein“-Sagen teilen könntet.
    Viele Grüße,
    Gianna

    Antworten
    • Es freut mich, dass du aus diesem Artikel etwas für dich mitnehmen kannst. Eine gute Mischung aus aktivem und passivem Nichtstun ist wahrscheinlich das Optimum. 😉 Und du hast Recht, frische Luft und Sport helfen wahnsinnig dabei, sich ausgeglichener zu fühlen, vor allem in Kombination.

      Das Thema „Nein“-Sagen ist, gerade im Zusammenhang mit Stressreduktion, auch sehr spannend und wird hier bestimmt noch besprochen, danke für den Anstoß.

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  2. Ein Huhu auch von mir,

    ich finde es immer wieder bewundernswert, wie du dir deins suchst und die Welt Welt sein lässt.

    Ich habe für mich entdeckt, einfach alle Pushbenachrichtigungen auszustellen. Erstmal ungewohnt und zu Beginn mit der klassischen Angst davor verbunden, etwas zu verpassen, aber inzwischen mein kleiner Alltagssegen. Und wer eine direkte Reaktion von mir will, weiß darum und ruft mich eben an. Schnell klären geht telefonisch ohnehin besser als beim Getippe, finde ich.

    Entspannte Sonntagsgrüße vom Sofa!
    Annalena

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    • Danke für deine lieben Worte! 🙂

      Alle Push-Benachrichtigungen auszustellen ist sicher die radikalste Methode, sich dem Stress durch die ständige Erreichbarkeit zu entziehen und ich bewundere es sehr, dass du das machst. Aber wahrscheinlich ist es gar nicht so schwer, wenn man sich erst mal daran gewöhnt hat und ein weiterer guter Tipp, um Stress im Alltag erheblich zu reduzieren.

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