Mein Job als Social Media Managerin – 24/7 online?

Hätte ich meinen Eltern vor zehn Jahren erzählt, dass ich mein Geld mal im Internet verdienen würde, hätten sie wahrscheinlich sehr komische Bilder im Kopf gehabt. Sie verstehen zwar bis heute nicht zu 100% was mein Job ist, aber immerhin vertrauen sie jetzt darauf, dass es – zum mindest halbwegs – seriös ist.

Als Social Media Managerin sind Instagram, Facebook, Youtube und Co. für mich nicht mehr nur bloßer Zeitvertreib, Flucht aus dem Alltag, Ablenkung oder Bespaßung – sondern vor allem eines: Arbeit. Und nicht nur meine Eltern tun sich schwer mit dem Verständnis meiner Arbeit, auch viele Menschen aus meiner Generation unterschätzen, was die Arbeit einer Social Media Managerin beinhaltet.

Wie werde ich Social Media Managerin?

In den Job als Social Media Managerin bin ich mehr oder weniger reingerutscht. Ich war während meines Praktikums in einer Redaktion die verfügbare Ressource, die für die Betreuung des Instagramkanals genutzt wurde, weil ich noch Kapazitäten dafür hatte. 

„Aus der Aufgabe, die ich nebenher machen sollte, wurde irgendwann ein Vollzeitjob.“ 

Davor habe ich Social Media vor allem zum connecten mit meinen Freund*innen und berieseln lassen benutzt, hatte aber schon immer Spaß an Plattformen wie Instagram und Youtube und das Interesse, diese Plattformen und ihre Funktionsweise zu verstehen. 

Aus der Aufgabe, die ich nebenher machen sollte, wurde irgendwann ein Vollzeitjob. Denn anders ist gutes Social Media Management auch nicht zu stemmen. Und selbst dann reicht eine 40 Stunden Woche, je nach Anspruch und Workload, manchmal gerade so für einen einzigen Kanal.

Kreative Arbeit – Der Content 

Das ist auch der Grund warum ich super fuchsig werde, wenn es heißt „Das bisschen Social Media ist doch easy“ oder „Kannst du mal schnell einen Post dazu machen?“ Denn von außen betrachtet mag hinter einem Post vielleicht nicht viel Arbeit stecken, wenn du aber einen gewissen Anspruch an deinen Instagram Feed, einen Communitypost oder ein TikTok, usw. hast, kann aus „schnell mal eben“ auch schnell mal eben ein ganzer Tag werden. 

Der kreative Part ist bisher das, was mir an der Arbeit am meisten Spaß macht. Je nach Stelle kann es natürlich variieren, wie viel du mit der eigentlichen Content Erstellung zu tun hast. In großen Agenturen wird der Job meistens nochmal unterteilt. Ich war bisher immer in kleineren Firmen als Social Media Managerin angestellt, was übersetzt heißt: Ich war und bin weitestgehend alleine dafür zuständig. 

Schwarz weiß Foto von einer Treppe auf der "All ideas grow out of other ideas gemalt steht. Aus dem Artikel: So ist mein Job als Social Media Managerin – 24/7 online?
Kreativität bedeutet für mich immer Teamarbeit. © Cj Dayrit

Das kann sehr anstrengend sein, lässt dafür aber größeren Spielraum für die eigenen Ideen. Dafür sollte man allerdings auf jeden Fall Kreativität, ein Grundinteresse an Gestaltung und vor allem Sozialen Medien mitbringen. 

Ein Projekt, auf das ich bisher am meisten stolz bin, ist ein Werbeauftrag, bei dem wir für einen Kunden ein ganzes Wochenende als Instagram Story begleitet und das Ganze zusätzlich in einem Artikel festgehalten haben. Dafür habe ich die gesamte Betreuung von Konzeption, Planung bis Umsetzung gemanaged. 

Ansonsten darf ich aktuell viele coole informative Postings umsetzen und mir zum Ausgleich dazu noch witzige Memes ausdenken. 

SOCIAL Media – Das Community Management

Die reine Content Produktion ist die eine Hälfte der Arbeit. Zur anderen gehört das Community Management. Für mich ist hier die größte Herausforderung, den richtigen Ton zu treffen. Denn auch, wenn du zum hundertsten Mal gefragt wirst: „Wo finde ich das denn auf eurer Seite“  oder „Ich find euren Kanal ja gut, aaaber…. *hier einen Haufen Kritik einfügen*“  – die Social Media Managerin muss freundlich bleiben.

Auch wenn es mir so oft in den Fingern juckt, vor allem bei sexistischen Scheißkommentaren von Halbwüchsigen: „BeIm gEneRisChEn mAsKulINum sIND aBeR alLE mITgEmEInT“ , kann und darf ich leider nicht pampig antworten. Das kostet mich an manchen Tagen mehr Kraft, als an anderen.

Foto von Matratze auf der mit Graffiti Be sweet Gespüht wurde. Aus dem Artikel: So ist mein Job als Social Media Managerin – 24/7 online?
Auch wenn es nicht immer einfach ist, beim Community Management ist Freundlichkeit angesagt!
© Stephen Poore

Dass solche Kommentare und Shitstorms bei meiner Arbeit zum Glück bisher die Ausnahme statt Regel waren und ich ansonsten sehr sehr viele tolle Kommentare lesen und beantworten darf, bringt diesen Teil des Jobs wieder in Balance. Und das Social in Social Media kommt nicht von ungefähr, wenn du mit deiner Community viel und positiv interagierst, wirst du mit der Zeit auch immer und immer mehr Positives zurückbekommen! 

Kleine Helferlein – Social Media Management Tools

Eine Sache, die ich als unabdingbar für meine Arbeit sehe, sind Social Media Management Tools. Und ich würde jeder Person die in dem Job arbeiten will, dringend dazu raten, sie zu nutzen! Sollte es in der Firma, in der du anfängst noch keine Tools geben: implementiere sie! Denn nichts ist anstrengender, als vier Posts am Tag in Livetime am Handy einzutickern.

Je nach Anforderung kann ich auf jeden Fall Later für die Feedplanung empfehlen. Abgesehen davon, dass sie offizielle Instagram Partner sind, ist das Tool im Vergleich zu anderen wirklich günstig und hat alle notwendigen Funktionen wie Auto Publish, Link in Bio, ausführliche Analytics uvm. dabei. 

Das einzige, was bei allen Management Tools zu Wünschen übrig lässt, ist eine gute Funktion für Storys. Hier habe ich bisher nur das Tool Storrito als praktische Alternative zum direkten Erstellen am Handy gefunden. 

Nach der Pflicht kommt die Kür – Die Analytics

Bei der Arbeit als Social Media Managerin kommst du in den seltensten Fällen um die Analyse deines Contents drumherum. Das war für mich anfänglich eine ganz schön bittere Pille. Denn Daten auswerten und daraus neue Handlungen ableiten klang für mich wie das aller langweiligste auf Welt. Was mit Sicherheit auch etwas damit zu tun hat, dass ich eher Typ kreativer Freigeist, als ordnungsliebende Person bin. 

„Je größer die Reichweite wird, desto mehr Lieblingscontent kannst du erstellen.“ 

ABER, das hat sich mittlerweile geändert. Ich find es unglaublich spannend zu sehen, ob die Sachen, die ich mir überlegt habe, funktionieren und darauf meine Arbeit anzupassen. 

Das heißt für mich aber nicht, dass ich alle Darlings kille und nur noch versuche, gut geklickten – im besten Fall viralen – Content zu generieren. Für mich macht es die Mischung und das Wissen: Je größer die Reichweite wird, desto mehr Lieblingscontent kannst du erstellen.

Arbeite ich gerne als Social Media Managerin? – Mein Fazit

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich wirklich gerne als Social Media Managerin arbeite! Die Mischung aus kreativer Arbeit und Organisation hält sich gut die Waage und wenn man nicht am laufenden Band Überstunden und Wochenendschichten schiebt, was ich auch schon erlebt habe, hat man als Social Media Managerin definitiv eine Menge Spaß! 

Und auch wenn es sich manchmal anfühlt, als würde man Content einfach massenhaft „auskotzen“ sobald ich auch nur eine einzige Person mit einem Beitrag erreiche und ihr den Tag damit verbessern kann, hat es sich schon gelohnt! 

Hast du noch Fragen zu dem Thema? Schreib’ sie mir gerne in die Kommentare!

Titelbild: Rebecca Rütten

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